Naturseife selber machen

Handgemachte Naturseifen bestehen aus rein pflanzlichen Rohstoffen. Der große Vorteil ist, Sie bestimmen bei der selbst hergestellten Variante, welche Inhaltsstoffe den Seifen zugegeben werden. Nicht nur, dass Sie Konservierungsstoffe, Tenside, BHT, EDTA oder sonstige unnatürliche Zutaten vermeiden können, auch kann bei der Naturseife die Farbe frei gewählt, Öle wahlweise beigemischt und die Seife perfekt auf Ihren Hauttyp abgestimmt werden.


Naturseifen enthalten einen hohen Anteil an unverseiften Ölen, während herkömmliche Seifen aus dem Handel meist nichts anderes als feste Tenside sind. Die Bezeichnung „Seife“ haben diese Industrieseifen oft ungerechtfertigt, denn mit (Natur-)Seifen haben diese wenig zu tun. Kalt gerührte Naturseifen sind sanfter und pflegender als die industriell hergestellten Varianten. Das zurückbleibende Glycerin und die gute Rückfettung verleihen der Haut einen pflegenden Schutz.


Heutzutage sind handgemachte Seifen fast ein Luxusprodukt. Gute Fette und teure Pflanzenöle, reine Natronlauge und wertvolle Extrakte, um der Seife einen wohlriechenden Duft zu verleihen, werden gemeinsam mit viel Ruhe und Zeit für die Herstellung benötigt.

Zutaten für eine Naturseife:

  • 100 g Rapsöl: gibt einer Seife Feuchtigkeit
  • 250 g Kokosöl: bildet Schaum und reinigt gut
  • 75 g Sojaöl: enthält viel Vitamin E und andere wertvolle Inhaltsstoffe
  • 200 g destilliertes Wasser
  • 87 g Natriumhydroxid

Die Eigenschaft der Seife wird durch das Verhältnis zwischen den Fetten und dem Natriumhydroxid bestimmt. Bei unserem Seifenbeispiel erhält man bei einer Menge von 87 g Natriumhydroxid eine Seife, die ca. 6.5 % überfettet ist.

Weitere Utensilien, die Sie für die Seifenherstellung benötigen:

  • Topf aus Edelstahl (3-4 Liter)
  • zusätzlicher Topf für das Schmelzen
  • Holzkochlöffel
  • Mixstab mit Stahlmesser
  • Küchenwaage
  • Behälter zum Abfüllen der Seife
  • Schutzbekleidung: Schutzbrille, Gummihandschuhe, Essig (falls die Lauge mit Haut in Berührung kommt)

Vorgehensweise beim Herstellen einer Seife:

  1. Die festen Fette in einem Topf langsam schmelzen lassen. Die flüssigen Öle dazu geben und auf 50-60 °C abkühlen lassen.
  2. In der Zwischenzeit die Laugenlösung herstellen: die weißen Kristalle im destillierten Wasser auflösen. Die Lauge langsam ins Wasser geben. NIE das Wasser über die Lauge gießen, denn so kann es zu Verpuffungen und Verspritzen der Lauge kommen. Die Dämpfe nicht direkt einatmen und unbedingt für Durchlüftung sorgen, denn die Lösung wird sich stark erwärmen und ätzende Dämpfe bilden.
  3. Die Lauge nun langsam in die geschmolzenen, noch warmen Fette gießen. Die Mischung für 2-3 Minuten mit einem Stabmixer mixen bis eine puddingartige Konsistenz – der Seifenleim – entsteht.
  4. Zusätzliche Zutaten wie Kräuter, Öle, Farbstoffe etc. gehören jetzt schnell darunter gemischt und nochmals vermengt. (Der Seifenleim wird rasch zäh, deshalb muss er prompt verarbeitet werden.)
  5. Den Seifenleim anschließend in die bereitgestellten Behälter füllen. Je kleiner die Form, desto länger dauert der Verseifungsprozess.
  6. Der Seifenleim sollte für mindestens einen Tag gut isoliert werden, denn durch die Wärmeentwicklung erhitzt sich der Seifenleim auf ca. 60 °C und wird so zur Seife.
  7. Nach 24 Stunden können Sie die Seife aus dem Behälter nehmen und in die gewünschte Form zuschneiden.
  8. Die Seife 3-4 Wochen in einem luftigen, dunklen und kühlen Ort reifen lassen. Dabei verdunstet das restliche Wasser und der PH-Wert sinkt weiter ab und wird hautverträglich.
  9. Nach der empfohlenen Trocknungszeit erhält man ca. 800 g Seife. Diese kann entweder weitergelagert oder bereits in durchlässige Folie verpackt werden.

Die Herstellung von Naturseifen ist keine Kleinigkeit! Sie erfordert Genauigkeit, Ordnung, Ruhe und vor allem Sicherheit. Es wird mit einer stark ätzenden Lauge gearbeitet, die bei falscher Handhabung Hautverätzungen und Augenschäden verursachen kann.*

Bildquelle Set: pixelio.de / Alexandra H.

Bildquelle Seife: pixelio.de / Cisco Ripac


Quelle: http://www.smarticular.net/naturseifen-selbst-herstellen-der-ablauf

* Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber für vertrauenswürdig erachtet. Für die Richtigkeit des Inhalts wird trotzdem keine Haftung übernommen werden. Deshalb ist auch die Haftung für Schäden, die sich aus dem Gebrauch der Informati